Mellnitz Üselitzer Wiek


Bilder Gebiet

Pflanzen

Tiere

Jahreszeiten


Landkreis:

Vorpommern-Rügen 

 

Größe:

270 ha, davon 110 ha Wasserfläche 

 

Schutzstatus:

Die Mellnitz-Üselitzer Wiek wurde als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der neuen Rügenbrücke zwischen Stralsund und Altefähr durch Ausdeichung des zuvor gepolderten Gebietes im Jahr 2011 wiedervernässt. Das Gebiet ist Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund“ und des Landschaftsschutzgebietes „Südwest-Rügen-Zudar“. Eine Sicherung des Gebietes als Naturschutzgebiet steht aber noch aus. 

 

Schutzziel:

Ziel der Ausgleichsmaßnahme ist die Wiederherstellung einer ehemaligen Wiek im Bereich des Strelasundes. Dabei sollen naturnahe, störungsarme Flachwasser- und Küstenlebensräumen durch enge Verzahnung von temporären Überflutungsflächen und Flachwasserzonen geschaffen werden. Weitere Entwicklungsziele sind die Abschöpfung und Festlegung von Nährstoffen, die Schaffung eines vielfältigen Standortmosaiks sowie die Initiierung von Röhrichtentwicklung und von Lebensräumen für Seegrasbestände. Teil der Maßnahme ist die Schaffung einer Pufferzone aus extensivem Grünland, ungelenkter Sukzession und Gehölzpflanzungen im Randbereich des Gewässers. 

 

Lage:

Das Gebiet liegt im Süden der Insel Rügen nur wenige Kilometer südwestlich der Stadt Garz. Im Randbereich der Wiek befinden sich die kleinen Ortschaften Mellnitz, Üselitz und Glutzow-Siedlung. Die wiederhergestellte Flachwasserbucht steht über die angrenzende Puddeminer Wiek mit dem Strelasund in Verbindung. 

 

Tierwelt:

Bereits kurze Zeit nach der Ausdeichung hat sich das Gebiet zu einem überregional bedeutsamen Durchzugs- und Rastgebiet für Wasser- und Watvögel sowie Kraniche entwickelt. Vor allem während der Zugzeiten rasten tausende Enten (v.a. Pfeifente, Stockente, Reiherente) und Gänse (v.a. Graugans) im Gebiet. Seit mehreren Jahren nutzen tausende Kraniche und Gänse im Herbst die Wiek als Schlafplatz. Bei Niedrigwasser rasten zahlreiche Watvogelarten (v.a. Kiebitz, Goldregenpfeifer) in der Wiek. In den letzten Jahren hat sich im Südwestteil der Wiek eine große Kormoran-Kolonie etabliert. 

 

Pflanzenwelt:

 

Auch die Pflanzenwelt des Gebietes ist durch die Ausdeichung in einem deutlichen Wandel begriffen. Durch den zunehmenden Salzeinfluss zeigen sich erste Tendenzen zur Entwicklung von Salzwiesen und Brackwasserröhrichten. Teile des zuvor vorhandenen Gehölzbestandes sind dagegen durch die dauerhafte Überflutung abgestorben und haben sich in Flachwasserbereiche und Röhrichte verwandelt.