Schoritzer und Maltziener Wiek


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Gebiet:

Schoritzer und Maltziener Wiek

 

Landkreis:

Vorpommern-Rügen

 

Größe:

Ca. 685 ha, davon ca. 520 ha Wasserfläche

 

Schutzstatus:

Der zentrale und östliche Teil der Schoritzer Wiek inklusive der Silmenitzer Heide und Flächen bei Pritzwald sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Eine erste Unterschutzstellung des Gebietes erfolgte bereits 1937. Nach einer Löschung im Jahr 1963 erfolgte eine Neuausweisung im Jahr 1981. Das gesamte Gebiet ist Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund“ und des FFH-Gebietes „Greifswalder Bodden, Teile des Strelasundes und Nordspitze Usedom“. Die Wasserflächen sind zudem Teil des Landschaftsschutzgebietes „Greifswalder Bodden“, während die Landflächen im LSG „Südwest-Rügen-Zudar“ gelegen sind. Bestehende Planungen zur Erweiterung des Naturschutzgebietes um die restliche Schoritzer Wiek sowie die Maltziener Wiek sowie angrenzende Landflächen konnten noch nicht realisiert werden.

 

Schutzziel:

Erhalt einer küstenmorphologisch reich gegliederten Boddenlandschaft mit Brackwasserröhrichten, Rieden, Salzweiden, Strandwällen, Dünen, Windwatten und flachen Bodden als Lebensraum für zahlreiche gefährdete und geschützte Tier- und Pflanzenarten.

 

Lage:

Schoritzer und Maltziener Wiek sind reich gegliederte Boddenausbuchtungen im Nordwesten des Greifswalder Boddens. In der Schoritzer Wiek befinden sich drei kleine, teilweise aus Salzwiesentorfen gebildete Schilfinseln: Ruschbrink 1 (0,36 ha), Ruschbrink II (1,42 ha) und Ruschbrink III (1,27 ha). In der Maltziener Wiek liegt zudem die Insel Tollow (2,4 ha), die aus einem bis 4 m hohen Mineralkern gebildet wird. Nächstgelegene Ortschaften sind Silmenz und Groß Schoritz im Norden, Zudar im Westen sowie Maltzien, Poppelvitz, Zicker und Pritzwald im Süden.

 

Tierwelt:

Die Bedeutung des Gebietes als Brutgebiet für Küstenvögel ist nur noch eingeschränkt vorhanden. Watvögel sind als Brutvögel weitgehend verschwunden, sodass die Brutbestände durch Entenvögel (Höckerschwan, Graugans, verschiedene Entenarten, Gänsesäger) dominiert werden. Auf dem Ruschbrink I brütet der Höckerschwan kolonieartig. Hier kommt es gelegentlich auch zu Brutansiedlungen von Lachmöwen und Flußseeschwalben. Die Bedeutung des Tollow als Küstenvogelbrutgebiet ist durch fehlendes Biotop- und Prädatorenmanagement weitgehend verloren gegangen. Das gesamte Gebiet beherbergt immer noch eine der größten Gänsesäger-Brutbestände in Mecklenburg-Vorpommern.

Vor allem die Schoritzer Wiek ist ein international bedeutsamer Rast- und Schlafplatz für tausende Graugänse und nordische Gänsen sowie hunderte Kraniche sowie Höcker- und Singschwäne. Vor allem im Winterhalbjahr rasten im gesamten Gebiet zeitweise tausende Schwimm- und Tauchenten (v.a. Pfeifente, Stockente, Reiherente, Bergente, Schellente), während zu den Zugzeiten auch große Watvogelansammlungen (v.a. Kiebitz, Goldregenpfeifer) anzutreffen sind. Die Windwattgebiete im Südteil der Schoritzer Wiek sowie die Sandbänke nördlich des Zeltplatzes Pritzwald sind wichtige Rastplätze für zahlreiche Watvogel-, Möwen- und Seeschwalben-Arten.

 

Pflanzenwelt

Hinsichtlich der Pflanzenwelt ist durch die Biotopvielfalt ein großer Artenreichtum vorhanden. Der Großteil der Uferzonen der Schoritzer und Maltziener Wiek sind von ausgedehnten Brackwasserröhrichten aus Schilf, seltener Strandsimse und Strand-Aster bestanden. Rund um die Silmenitzer Heide, an der Südküste der Schoritzer Wiek, bei Maltzien, auf den Inseln Ruschbrink II und III sowie am Nehrungshaken nördlich des Zeltplatzes Pritzwald finden sich größere Salzwiesenkomplexe u.a. mit Weißstraußgras, Rotschwingel, Strand-Binse, Strand-Milchkraut, Salzbunge, Meer-Stranddreizack und Salz-Aster. Auf sandig-kiesigen Strandwällen existieren Reste von Magerrasen mit Grasnelkenfluren, die aber zunehmend von Gebüschen verdrängt werden. Die ehemaligen, durch Weidenutzung jahrhundertelang baumfreien Flächen der Silmenitzer Heide und der höher gelegenen Heideflächen bei Pritzwald wurden in den 1950er Jahren mit Kiefern aufgeforstet und sind jetzt größtenteils mit Kiefernforsten bestanden.